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Die "Wirtschafts- & Handels-Depesche" berichtet heute:
STEUER-RAZZIA BEIM EX-WIRTSCHAFTSMINISTER(whd-online) - Steuerrazzia bei Ex-Minister Müller! Bei ihrer Jagd nach Steuersündern haben Fahnder angeblich seine Ehefrau Prof. Dr. Ursula Maus ins Visier genommen. Wie berichtet wird, verdächtigen Ermittler aus Berlin Maus, mehrere Hunderttausend Euro über einen Trust (Zusammenschluss mehrerer Firmen) auf den Seychellen vor dem deutschen Fiskus versteckt zu haben. Die Professorin für Kommunikation ist, zusammen mit Ulrich D. Müller, auch Medienunternehmerin. Bereits Ende Januar hätten Fahnder die Villa der beiden durchsucht und dabei umfangreiches Material sichergestellt. Insofern ist die Razzia nicht auf die Steuersünder-CD zurück zu führen, die der deutsche Fiskus nun für 2,5 Millionen Euro von einem Datendieb kaufen wird. Auf ihr sollen sich 1500 Namen und Kontodaten von Deutschen bei Schweizer Banken befinden.
Aber: Auch hier führt die Spur in die Schweiz! Die Hausdurchsuchung in Berlin steht in Verbindung mit weit reichenden Ermittlungen gegen Kunden der Schweizer Walzer Privatbank PBA, so wird berichtet. Der fragliche Trust solle über die afrikanische Niederlassung des Instituts gegründet worden sein. Die Ermittlungen stützen sich laut Medienberichten auf Daten, die der ehemalige Walzer PBA-Manager Wolfgang Ferrero vor seinem Rauswurf bei der Bank im Jahr 2008 gesichert hatte. Ferrero arbeite nach eigener Aussage mit der Berliner Steuerfahndung zusammen.
Die Fahnder hätten auf Grundlage seiner Daten in den vergangenen Wochen und Monaten bereits zahlreiche Steuerhinterzieher auffliegen lassen - und dabei bundesweit mehrere Millionen an Steuernachzahlungen kassiert.
Dies scheint jedoch erst der Anfang! Zunächst schätzten Experten, der Staat könne mithilfe der Steuersünder-CD rund 100 Millionen hinterzogene Steuern nachträglich eintreiben. Inzwischen erwarte der Fiskus aber sogar bis zu 400 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.
Die Bundeskanzlerin hat die Entscheidung für den Kauf der Daten-CD über mögliche Steuersünder aus der Schweiz verteidigt. Es sei eine schwierige rechtliche Abwägung gewesen, sagte Merkel am Donnerstagabend im ZDF-„Heute Journal“. Die Bundesregierung habe die Entscheidung gemeinsam mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung getroffen. „Ich glaube, dass es ein gemeinsames Interesse gibt, diese Informationen zu kennen. Steuerhinterziehung ist alles andere als ein Kavaliersdelikt“, sagte sie im ZDF.
Die "Wirtschafts- & Handels-Depesche" fragt heute:
WAS LIEF DA MIT DER FIRMA U-MA?(whd-online) - Dr. Ursula Maus, die Ehefrau von Ex-Wirtschaftsminister Ulrich Müller, hat offenbar Probleme mit eine ihrer Firmen. Nach Unterlagen, die der WHD exklusiv vorliegen, hat Frau Maus vor knapp sieben Jahren auf den Seychellen unter der Firmenbezeichnung "U-MA" anonym eine funktionsfähige und absolut den Gesetzes-Vorschriften der nördlich von Madagaskar liegenden Inselgruppe entsprechende Limited / Ltd. eintragen lassen (siehe Fotos der Eintragungsunterlagen; Vergrößerung durch Anklicken!). Die Gründung erfolgte im Juli 2003 und hatte ausschließlich die Eröffnung eines Kontos bei einer schweizer Großbank und Geldüberweisungen dorthin zur Folge.
Eine Ltd. (= für: Limited Company) ist im britischen Gesellschaftsrecht eine nicht-börsennotierte Aktiengesellschaft, die im Grunde eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist, wobei bei einer Ltd. jährliche Informationen über die Aktienhalter, Direktoren, Schriftführer und Bilanzen an das britische Handelsregister zu melden sind. Außerdem müssen diese Unterlagen verpflichtend im "Registered Office" zur Einsichtnahme ausgelegt werden. Nach den gesetzlichen Vorschriften der Seychellen ist dies allerdings nicht notwendig. Deshalb werden oft Ltd.-Firmen auf der Inselgruppe eingetragen, hauptsächlich um mit diesem Konstrukt volle Anonymität der Geschäftsabläufe und Einnahmen zu gewährleisten und damit Steuern zu sparen.
Wird etwa eine auf den Seychellen eingetragene Ltd. für eine Repräsentanz in Deutschland genutzt, so besteht hierfür keine grundsätzliche Steuerpflicht in der Bundesrepublik.
Nach deutschem Steuerrecht sind jedoch alle Einnahmen, die in Deutschland erwirtschaftet werden auch in Deutschland zu versteuern.
Aus diesem Grund soll, wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, die Berliner Steuerfahndung nun ein Ermittlungsverfahren gegen Frau Dr. Ursula Maus eröffnet haben. Es bestehe der Anfangsverdacht der Steuerhnterziehung über eine Briefkastenfirma, so ein Insider zur WHD. Pikant an der Angelegenheit ist, dass Maus seit Ende letzten Jahres mit dem ehemaligen Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Ulrich Müller, verheiratet ist. Weder Müller noch Maus waren gestern gegenüber der WHD in der Angelegenheit zu Auskünften bereit.
Die Rheinische Post schrieb:
"TRIO INFERNALE -
Charlys Davidsons kalkulierter TiefflugSonst mit Band auf Tour in den großen Hallen, gönnt sich der literarische Rock-Poet Charly Davidson einen Abstecher auf Klein(en)kunstbühnen. Was einst im Duo zuerst mit Lukas Linde unter dem Titel "ICH GEBE ZU - Bedenken" begann und danach mit Helmut Prosa "100 Tage in drei Wochen" lang dargeboten wurde, setzt ChD nun zu Jahresende im "TRIO INFERNALE" fort. Neu dabei ist diesmal ein Überraschungsgast, so wie es einst Musiklegende Lars Vorerigner war; über den Namen des Dritten im Bunde schweigt sich Davidson aber derzeit noch aus. Spekulationen reichen von Helge Schneider bis hin zu eben dem Lukas Linde, mit dem Davidson schon vor dem Beginn seiner Deutsch-Rock-Karriere gemeinsam musizerte.
Zu dritt will er also nun musikalisch-literarische Streifzüge durch sein umfangreiches Gesamtwerk unternehmen und im Unplugged-Gewand Hits wie "Überflieger", "Man soll nicht alles machen, was gut riecht" oder "Buschmann", Fan-Favorites wie "Reizwolf", "Schwere Nöter" oder "Ich-Falle", aber auch ganz neue Songs präsentieren.Das TRIO INFERNALE will ein höllisch gutes Programm bieten, voller Spielfreude und Spontanität, mit viel Raum für Improvisationen, verbale Kapriolen und musikalischen Überflügen, die oft genug unterhalb des Radarlinie des Pop-Zirkus zu Tiefflugangriffen werden. Bei dem, was Charly Davidson in seinem Leben schon so alles erlebt hat, kann man durchaus Worte und Musik erwarten, die ins Scharze treffen. Das TRIO NFERNALE ist zwischen dem 30. November und dem 15. Dezember 2005 unterwegs.
aus: "Yahoo! TV-Tip" vom Montag, den 12. Januar 1998
(rik) Ja, RTL II habe ihn angefragt, nicht er RTL II. Ob er nicht eine Musiknewcomer-TV-Show machen wolle. "Sie haben mir sogar Ausschnitte von ausländischen Zeitungen gezeigt, um mir zu belegen, dass dies etwas Positives ist." Und Karl David Korff, den hierzulande viele Musikfans nur als Charly Davidson kennen, hat zugesagt. Klar. "Den Job habe ich doch schon vor knapp 15 Jahren im Radio beim hr gemacht. 'Camouflage' wurden damals von mir entdeckt. Aber irgendwie wussten die das bei RTL II gar nicht." Dennoch: In gewisser Weise hat der Rock-Poet es sich selbst zuzuschreiben, dass RTL II so unbedarft war.
Es ist der wohlbekannte Charly Davidson, der da sitzt und grübelt und fein formuliert. Viel hat er schon gemacht in seinem 40-jährgen Leben. Politrock, Folkmusik, Elektronikklänge (vor zehn Jahren erfand er die 'Lounge-Musik'), Radio, Bücher geschrieben und jetzt geht es auch noch ins Fernsehen. Ab heute Abend gibt es jeden Montag auf RTL II die Liveshow "Neue Leute braucht Deutschland" und an jedem Sonntag dann zusätzlich die Wochenzusammenfassung mit den geballten Aktivitäten der kommenden Jungstars. Wer sich bei den Zuschauern durchsetzt, der zieht ab April in Erfurter "Bandhaus" ein. Erreichen will man, so die RTL II Info, die werberelevante Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen.
Davidsons gesamtes Umfeld ist dabei neu, und man mag annehmen, dass er auch deshalb häufiger lächelt als früher. Neue Medienpartner hat er, eine neugegründete TV-Firma ("The Spirit Of Germany") und ein eigenes Mediamanagement. Parallel dazu soll sein neues Album "Inkar-Nation" in Frühjahr erscheinen.Das habe sehr wohl seinen Einfluss auf die Entscheidung für eine Fernsehschow mit ihrem Start im Januar 1998 gehabt, gibt Davidson zu. Die Bands und Interpreten der neuen Sendung, sagt er, seien völlig andere als 1984/85. Die Deutsche Musikszene schöpfe derzeit sozusagen aus sich selbst neu. Früher sei bisweilen die Fantasie gefragt gewesen, heute sei es Qualität.
Was seine Bandkollegen dazu sagen würden, dass er lieber eine TV-Show mache, als auf Tour zu gehen, wird er gefragt. Klar sei es deshalb zu Differenzen zwischen ihm und "meinen Jungs in der Band" gekommen. "Aber an 'Neue Leute braucht Deutschland' glaube ich einfach. Hier will ich kultivierten Aufstand statt Krautrock erleben." Er habe seinen Musikern angeboten, Songs für die Nachwuchsbands zu komponieren. Sieben Lieder hätte sie beigesteuert. "Sie konnten plötzlich komponieren. Unglaublich. Sogar mein Lichtmann hat komponiert." Nun komme erst einmal die TV-Show und dann könne er sich in diesem Jahr auch wieder eine Deutschland-Tour vorstellen.
Wie geht es denn der vereinigten "Inkar-Nation" Deutschland derzeit? Gut, sagt Davidson. Es gibt keinen Krieg in unserem Land, dafür leben viele Menschen in Wohlstand, alle haben ein geordnetes Sozialsystem.
Verglichen mit anderen Nationen gehe es Deutschland also gut. Warum sollte da überhaupt jemand protestieren? Davidson gibt selbst die Antwort: Auflehnen sei ein Prinzip. "Wenn seit mehr als einem Jahr Tamara Danz nicht mehr unter uns weilt und niemanden interessiert es, der Tod einer englischen Prinzessin dagegen Tag um Tag stundenlange Livesendungen generiert, dann ist es Zeit sich aufzulehnen."
"Wenn ich heute zurück schaue, zum Beispiel auf den der Protest der Menschen auf den Straßen gegen Atomkraftwerke, gegen Wackersdorf, Gorleben - daran war nichts Falsches, obwohl er wahrscheinlich kaum etwas gebracht hat." Die 68er-Generation, insbesondere die Künstler, hätten inzwischen schmerzhaft erfahren, dass sie nicht wirklich etwas ändern können in der Gesellschaft. Viele hätten daraufhin die Lust am Protest verloren. "Aber ich werde immer kämpfen, gegen Gleichgültigkeit, Einerlei, Niveaulosigkeit, und sei es nur im Fernsehen".
Wer auf Davidsons vor acht Jahren gegründeter Fanpage im Internet stöbert, erkennt eine verwirrte Anhängerschaft. Eine TV-Show bei RTL II (Zitat: "dem Tittensender") passe nicht zusammen mit dem Image des intellektuellen Rockstars und Poeten, doch das lässt ihn einigermaßen ungerührt. Zumal ein solches Engagements natürlich auch ein Mehr an Popularität in einer bisher einigermaßen brachliegenden Zielgruppe mit sich bringen könnte. "Das ist sicher ein positiver Nebenaspekt." gibt Davidson unumwunden zu. Er arbeite ja auch weiter an Kleinkunstprogrammen, plane ein neue Elektromusikplatte und er will sich weiter in die gesellschaftlichen Abläufe in Deutschland einmischen. Weniger in der Politik, sein Zorn richte sich eher gegen Wirtschaftsführer, die sich persönlich bereichern.
Und natürlich: "Musik muss in unserem Leben einen größeren Stellenwert erlangen." Dann kann ja nichts mehr schief gehen.
TV-Tip: "Neue Leute braucht Deutschland" ab heute jeden Montag 20.15 Uhr auf RTL II und an jedem Sonntag um 19.00 Uhr die Wochenzusammenfassung.
DEUTSCHROCK-STAR CHARLY DAVIDSON:"Ich bin weder ein brillanter Gitarrist oder Keyboarder noch kann ich gut singen"Mit seiner Band BEGLEITUNG hat Davidson in den vergangenen zwei Jahrzehnten Musikgeschichte geschrieben. Im Interview mit AUDIO MAG spricht der 42-Jährige über Songwriting im Halbschlaf, ein Musical und seiner geplanten neuen Form der Rebellion: ein Album mit seinen größten Hits im Sound der Gregorianischen Chöre.AUDIO MAG: Herr Davidson, Anfang der achtziger Jahren wurden Sie und Ihre Band mit subtilen literarischen Songs berühmt, dies zu Zeiten der Neuen Deutschen Welle. Jetzt sind Sie jenseits der 40 und haben gerade ein Best-Of-Album ihrer größten Hits veröffentlicht. Fällt Ihnen nichts mehr ein?Davidson: So ein Quatsch, der kreative Funke, der Lieder in meinen Kopf zaubert, ist heute noch derselbe wie zu meinen Teenager-Zeiten. Ein Best-Of-Album macht man für die Fans, nicht für sich. Mir fällt noch immer viel ein, zu Beispiel kann ich mir auch ein Charly-Davidson-Album vorstellen mit Hit-Versionen, die so weit wie nur möglich von den Originalen entfernt sind; vielleicht gesungen von einem Gregorianischen Chor.AUDIO MAG: Langweilen Sie die Originalversionen?Davidson: Im Gegenteil, ich liebe die Originale. Es war und ist nie meine Absicht gewesen, alte Platten oder Songs neu einzuspielen.AUDIO MAG: Es heißt, Ihr früherer musikalischer Partner Lukas Linde plane so etwas. Was halten Sie von der Sache?Davidson: Keine Ahnung, wir haben seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr.AUDIO MAG: In den Achtzigern trennten Sie sich von ihm, weil er Ihrer musikalischen Linie nicht folgen wollte. Damals waren Sie allgemein sehr rebellisch. Sind Sie mit fortschreitendem Alter milde geworden?Davidson: Im Gegenteil, ich bin immer noch ein Rebell, denn Rebellion ist der einzige Weg, um in der Musikindustrie, ja überhaupt in dieser Welt, zu überleben. Aber dummerweise ist Rebellion derzeit in Deutschland beinahe ausgestorben.AUDIO MAG: Wie kommen Sie darauf?Davidson: Ich habe bereits 1982 ein Lied über dieses Elend geschrieben namens "Es geht immer weiter". Und falls Sie mich fragen würden, weshalb, dann würde ich antworten: Weil ich eine Generation von stromlinienförmigen Hochschul-Absolventen bemerkte, Fachrichtung Germanist, die mich erschreckte. Als ich Mitte der Siebziger studierte, wollte jeder meiner Kommilitonen irgendwie radikal sein und mindestens eine kleine Revolution anzetteln. Aber mit Beginn der Achtziger ist aller Widerstand bei der Jugend verpufft. Ich habe den Eindruck, dass die Studenten heutzutage vor allem wild darauf sind, nicht aufzufallen, um möglichst schnell in einem großen Konzern unterzukommen. Es gab mal ein Schimpfwort namens „Yuppie“, das heute das Standardziel der Studenten zu sein scheint. Rebellen sind gegen Ende des alten Jahrtausends wohl uncool.AUDIO MAG: Sie haben mal zu Protokoll gegeben, dass Sie niemals gegen ihre Eltern aufbegehrt hätten. Das klingt auch nicht wirklich aufrührerisch.Davidson: Gegen was hätte ich denn da rebellieren sollen? Meine Eltern waren sehr hart arbeitende Menschen, zuerst nach Wales ausgewandert und dann wieder ins Nachkriegsdeutschland zurückgekehrt, die also zwei Mal neu von vorne anfangen mussten und trotzdem alles für mich und meine Schwester gaben. Ich wollte ihnen lieber mit meiner Musik, mit meinen Erfolgen Freude bereiten, als dass ich sie stressen wollte. Natürlich hasste ich meine Eltern ab und zu mal, aber das tut doch jeder normale Jugendliche.AUDIO MAG: Was hielten Ihre Eltern von Ihrer Zeit als Politrock-Sänger?Davidson: Meine Mutter mochte meine Lieder, mein Vater war eher weniger interessiert. Er hat verfügt, dass zu seiner Beerdigung nur ein Lied gespielt werden soll, machte aber ein Geheimnis daraus, welches. Ich erwartete natürlich eines von mir, aber vor kurzem erzählte er, dass er sich für „Immer wieder geht die Sonne auf“ von Udo Jürgens entschieden hat. Er ist eben ein eigenwilliger Mann.AUDIO MAG: Sie sind mit Ihrer Mutter und ihrer Schwester aufgewachsen und haben selbst zwei Töchter. Was haben Sie dabei über Frauen gelernt?Davidson: Meine Ehefrau behauptet, dass ich ein Mann sei, der sich von Frauen kontrollieren lässt. Ich halte dies für ein Missverständnis. Ich liebe es, unter Männern zu sein, so wie in einer Fußballmannschaft oder in einer Rockband. All die vielen Frauen in meiner Familie hat mir der Zufall zugespielt. Deswegen verstehe ich das weibliche Geschlecht noch lange nicht besser. Was ich akzeptiert habe, ist, dass Frauen mir rätselhaft sind. Männer und Frauen sind so unterschiedlich wie Apple- und Nicht-Apple-Computer.AUDIO MAG: Immerhin verstand sie Ihre Mutter so gut, dass sie Ihnen Ihre erste Gitarre schenkte.Davidson: Stimmt. Zu meinem 13. Geburtstag bekam ich von ihr eine spanische Gitarre - am selben Tag wäre sie fast gestorben. Sie hatte einen Herzfehler und immer wieder bekam sie zu hören, dass sie sich schonen solle. An meinem Geburtstag beschloss sie, dass sie nun genug Rücksicht in ihrem Leben genommen habe und fing an zu tanzen. Sie tanzte so ausgelassen, wirbelte herum bis sie umfiel. Klingt zwar traurig, aber sie hat es überlebt und ich fand es sehr romantisch. Selbst wenn sie gestorben wäre, dann wäre sie tanzend gestorben und das, weil sie es so wollte.AUDIO MAG: Klingt wie eine Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald.Davidson: Absolut. Mein Leben bietet unendlich viel Fitzgerald-Kurzgeschichten-Stoff. Daraus webe ich meine Texte.AUDIO MAG: Was haben Sie sich davon versprochen, in einer Rockband zu spielen?Davidson: Freunde zu finden, bei denen, mit denen ich mich wohlfühlte. Es geht bei Folkmusik, meiner ersten großen musikalischen Liebe, wie auch im Rock'n'Roll, um Einheit. Viele der besten Bands bestehen nicht unbedingt aus virtuosen Musikern, aber als Einheit sind sie eine Macht, weil sie einander unterstützen. In Jazz- und Blues-Bands duellieren sich Einzelgänger, in guten Rock'n'Roll-Bands verfügt man über ein Team, das funktioniert. Bob Dylan und die BAND funktionierten so. Das Zusammenspiel von Robertsen und Dylan, das war Synergie, war einzigartig. Bob Dylan entdeckte die Band als sie noch LEVON AND THE HAWKS hießen und ging mit ihr als seiner BAND auf Tour. Bei mir war das ähnlich. Ich war 1976 kein auffällig guter Gitarrist, aber gemeinsam mit Musikern des Musikclubs Schlachthofs als CHARLY DAVIDSON AND FRIENDS, waren wir toll, weil wir kommunizierten.AUDIO MAG: Klingt gut, passt aber nicht zu Legenden über die wilden Zeiten des Rock'n'Roll.Davidson: Spannungen gehören zur Kreativität. Ich verstehe das wörtlich: Ohne Strom droht in jeder Musik die große Ödnis. Einige meiner besten Platten sind aus purer Anspannung heraus entstanden, so wie „ZEICHENSPRACHE“. Herrlich brutale Stücke Musik sind bei mir unter Spannung entstanden. Ich liebe das, denn ich denke: Rockbands sind wie Fußballmannschaften. Auch große Fußballteams kultivieren Aggressivität. Jupp Heynkes ist zum Beispiel ein Meister darin, vor einem Spiel Anspannung zu erzeugen. Seine Mannschaften müssen immer unter Strom aufs Spielfeld laufen, damit sie das Beste aus sich hervorbringen. Robert Enke hat er als Torwart zum Mannschaftskapitän von Benfica Lissabon gemacht; Robert Enke, den ich noch vor ein paar Jahren in Jena beim FC Carl Zeiss im Tor habe stehen sehen.AUDIO MAG: Stimmt es, dass Sie eigentlich Fußballer werden wollten?Davidson: Das war ein sehr großer Traum, als ich vierzehn, fünfzehn Jahre alt war, ja. Ich habe damals nachmittags Schulunterricht geschwänzt um auf der Rosenhöhe Fußball zu spielen, habe Freistöße geübt. In den Spielen klappte das dann recht gut und ich musste immer die Freistöße treten und habe viele direkt verwandelt. Aber leider hatte ich weniger Talent in den anderen Dingen des Fußballs. Ich wollte immer im Mittelpunkt stehen, Günter Netzer sein. Ich war auch Schulsprecher, eben ein Typ, der gerne den Ton angibt. Aber leider fußballerisch zu unfertig.AUDIO MAG: Was wäre Ihr Traumteam gewesen? München, Mönchengladbach?Davidson: Gott bewahre. Noch nicht einmal Kickers Offenbach, obwohl ich bei vielen Spielen im Stadion war. Nein, ich hatte immer nur die Nationalelf im Kopf. Das meine ich ernst. Mein Traum war im zentralen Mittelfeld: verteidigen, kontrollieren, austeilen.AUDIO MAG: Wie sah das musikalisch instrumental aus? Sie sagten gerade über die Zeit um 1976, dass sie kein auffällig guter Gitarrist waren.Davidson: Also, das ist doch keine Frage: Ich bin weder ein brillanter Gitarrist oder Keyboarder noch kann ich gut singen. Ich habe einiges an musikalischen Ideen in meinem Kopf, die ich teils mit meinen eigenen Worten kombiniere, teil instrumental umsetze und das im Rahmen meiner Fähigkeiten, die ich mit denen von anderen Musikern anreichere.AUDIO MAG: Viele Ihrer Liedtexte sind bestimmt von präzisen Beobachtungen des Alltags. Woher nehmen Sie die Details?Davidson: Ich habe meistens ein Notizbuch bei mir, ein Kladde, aber absurderweise schreibe ich da gar nicht viel rein. Das meiste, was mir so auf- und einfällt, speichere ich in meinem Kopf ab. Ein Lied wie „Die Geschichten der Geschichten“ habe ich einst zum Beispiel in wenigen Minuten in die Schreibmaschine getippt. Fragen Sie mich nicht, woher es kam. Damals war ich jung und wagemutig. Je älter man wird, desto mehr wägt man ab, was man schreibt. In mir trage ich einen gewaltigen Vorrat an Erinnerungen und Eindrücken. Hätte ich die Pflicht, innerhalb einer Woche ein Album schrieben zu müssen, könnte ich damit sofort anfangen, indem ich meine inneren und aufgeschriebenen Notizen abrufe.AUDIO MAG: Haben Sie die Texte für Ihr Meisterstück, das Konzeptalbum „INKAR-NATION“, das voll von detaillierten Beobachtungen des deutschen Alltags ist, auch aus dem Gedächtnis verfasst?Davidson: Nun ... ja, das meiste. Die Inspiration für „Arglistige Enttäuschung“ war zum Beispiel ein Kindheitsfreund. Solche Lieder schreiben sich wie von selbst. Ich habe von Anfang an den Alltag als Thema meiner Texte bevorzugt. Lieder über ganz normale Menschen ohne Glamourfaktor. Letztes Jahr kam „Brauni“, ein nach Australien ausgewanderter Jugendfreund von mir, zu Besuch. Ich fuhr sofort mit dem Zug nach Offenbach und dann fuhren wir einen Nachmittag lang auf Fahrrädern durch die Straßen von Offenbach. Am Ende waren wir beide sehr melancholisch, weil alle Menschen von früher weg sind. Nur die Häuser, in denen sie einst lebten, sind geblieben.AUDIO MAG: Sind viele Ihrer Lieder autobiografisch?Davidson: Das hätte ich früher abgestritten, aber so langsam wird mir klar, dass das wohl so sein könnte. Dass es in einem Lied wie „Odysseus“ vor allem um mich geht, wurde mir erst spät bewusst, habe dann meine Alben gezielt noch einmal angehört und muss sagen: ich habe aus meinen Liedern viel über mich gelernt.AUDIO MAG: Wie schreiben Sie? Warten Sie auf Inspiration oder haben Sie feste Arbeitszeiten?Davidson: Ich komme nahezu jeden Tag in eines meiner Studios und arbeite dann bis in die Nacht. Wenn ich erst mal an einem Projekt dran bin, fällt es mir schwer, später abzuschalten. Auch in der vergangenen Nacht konnte ich kaum schlafen und lag bis drei Uhr morgens wach. Dann bin ich wieder aufgestanden und habe weitergemacht. Nachts habe ich eigentlich schon immer die besten Sachen geschrieben. Dann träume ich noch irgendwie benebelt vor mich hin und gerate nicht in Versuchung, irgendetwas zu analysieren. Einen großen Wunsch schiebe ich aber schon seit Jahren vor mir her, und zwar den ein Musical zu schriebenAUDIO MAG: Wie steht es mit Ihrem Image als Frauenversteher? Immer noch kaufen mehr Frauen Ihre Alben als Männer.Davidson: Ist das so? Es ist auf jeden Fall erstaunlich, wie viele Damen sich heute trauen, mich anzusprechen. Das war früher anders. So was ist einerseits bewegend und gibt mir eine Bestätigung, dass ich als Künstler existiere. Andererseits ...AUDIO MAG: Ja?Davidson: ... wenn es nur um Unterhaltungen geht und ich Zeit habe, ist das Ganze kein Problem. Früher hielt ich es schon mit Jopi Heesters: „Man müsste Klavier spielen können, dann hat man Erfolg bei den Frau'n“. Das das ist lange her. Heute bin ich beinahe zwei Jahrzehnte glücklich verheiratet.Das Interview führte Heiner Jessen © 2000 für AUDIO MAG - Nachdruck mit Genehmigung der Redaktion.
(Berlin) - Die Braut trug ein bodenlanges blassblaues Kleid, der Bräutigam einen grauen Anzug und silberfarbene Krawatte. Am Tag vor Heiligabend heiratete der ehemalige Superminister Ulrich D. Müller (66) seine Lebensgefährtin, die Medienexpertin Prof. Dr. Ursula Maus (52). Das Paar ließ sich in Berlin Spandau standesamtlich trauen. Für Ursula Maus - nun Ursula Müller, weshalb sie ihre Initialen 'U.M.' beibehalten kann - ist es die vierte Ehe, für Müller die dritte.
Es ist 11.30 Uhr am Mittwoch, als das Paar im dunkelblauen BMW X 6 vor dem Hintereingang vorfährt. Der Himmel ist bedeckt, es herrscht leichter Schneeregen. Der Bräutigam geht schnellen Schrittes, lächelt. Die Braut hat ihr rot-braunes Haar zurückgesteckt, die Lippen mit Lippenstift betont. Ihr Kleid ist vorn gerafft, verdeckt einen Tüllunterrock, über den Schultern trägt sie ein dunkelblaues Cape.
Danach trudeln die ersten Gäste ein: Verwandte, Freunde, ehemalige Genossen (Müller war im letzten Jahr aus der SPD ausgetreten), nur der engste Kreis, etwa 30 bis 40 Leute. Aber auch Müllers Tochter Hildegard (46) mit ihrem Mann ist dabei.
Um 12.00 ist es so weit, die Hochzeit beginnt mit einem Sekt- Empfang, ein Cellist sorgt für den festlichen Rahmen. Dann, 10 Minuten später, die Trauung: Trauzeuginnen sind Doreen, jüngste Tochter der Braut, und Peter Herzog, engster Vertrauter von Ulrich D. Müller.
Die goldenen Eheringe werden getauscht, jeder trägt seinen an der rechten Hand. Schon nach 15 Minuten ist der standesamtliche Teil vorbei und Ursula Maus ist offiziell Frau Müller. Nun wird auf Wunsch der Braut Tee serviert, dazu legt DJ Wandlitz Musik aus DDR-Jahren auf; Ursula Müller ist gebürtige Osttdeutsche. Dann, etwa gegen 13.00 Uhr macht sich die Hochzeitsgesellschaft auf zum Dachgartenrestaurant von Feinkost Käfer im Reichstag, Motto: "Genuss ohne Reue".
Inmitten vieler Gäste aus Wirtschaft und Medienlandschaft, tanzt Ulrich Müller mit seiner Frau gegen 15.00 Uhr den Hochzeitswalzer im eigens errichteten Partyzelt. "Wir versprechen hoch und heilig, wir werden uns jetzt für immer lieben", sagt er anschließend in einer kleinen Ansprache. "Ulrich und Ursula, die beiden 'U's sind wirklich total verliebt und glücklich", erzählt Trauzeuge Herzog.
Bis in den Abend tanzen und feiern die Gäste, dazu gibt es das Hochzeitsmahl. Zu den Speisen gehören neben anderen Leckereien: Angebratenes Jacobsmuschel Sashimi mit Mangold und Rindfleischtatar, Black Tiger Garnele und grüne Papaya in roter Currysauce, Zitronengras-Ingwer Crème Brûlée.
Urich und Ursula Müller - es ist eine Hochzeit, über die oft und viel spekuliert wurde, mit der aber kaum jemand so schnell gerechnet hat. Im letzten Jahr war Ursulas letzter Ehemann, der Musiker Charly Davidson, bei einem Unfall tödlich verunglückt. Ulrich D. Müller hatte sich erst in diesem November von seiner Frau Petra Ehrhardt scheiden lassen. Letzte Woche verdichteten sich dann Gerüchte, wonach es doch eine Hochzeit geben könnte, sogar noch vor Weihnachten. Angekündigt hat das Paar, dass es über die Feiertage im "Twelve Apostels Hotel" in Südafrika flittern wird, in einer der schönsten Umgebungen der Welt und nur 12 Minuten vom Zentrum Kapstadts entfernt; Kosten pro Person im Doppelzimmer ab 3.462 €.
Quelle: NIVEAU-Magazin © 2009-12-24
In Bonn verdichten sich Gerüchte, dass der im November von seiner Frau Petra Ehrhardt geschiedene Ex-SPD-Superminister Ulrich D. Müller noch vor Weihnachten seine Lebengefährtin, die Professorin für Kommunikation und frühere Ehefrau des verstorbenen Musikers Charly Davidson, Ursula Maus, heiraten will. Beide haben im August mit "MnM" eine gemeinsame Medienfirma gegründet, die vor allem Politiker medientechnisch beraten will.
Bisher hatten Müller und Maus davon gesprochen, dass sie keine weitere Eheschließung wünschen; Maus war bereits drei Mal verheiratet, Müller bisher zwei Mal.